Hätte, Hätte, Fahrradkette

Seit letztem Jahr haben Göttergatte und ich ein Mantra: keine Kompromisse, in allen Lebenslagen.

Wenn ich das auf den Beruf/die Berufung übertrage, dann mache ich auch dort keine Kompromisse. Wenn die Umstände nicht so sind, wie sie sein sollen, muß Frau etwas ändern. Bis zum Jahresanfang war ich da eher radikal und hab immer gleich die Emanzenkeule herausgeholt, typisch….

Dann kam eine Frauentruppe auf FB, die mich in die „mittlere Reife“ brachte und vieles in Frage stellte.  Seitdem schaffe ich es immer öfter, die Keule unter dem Tisch zu lassen und eher die subtile Karte zu ziehen im Kampf der Geschlechter. Der Effekt ist verblüffend, die Themen fliegen einem nur so zu.

Und die brainstormings bringen immer wieder Aha-Effekte, in denen frühere Diskussionen ihre Wiederbelebung erfahren und ich genau sagen kann, was damals falsch lief.  Meine Kollegen werden mehr und mehr aus der Komfortzone geholt,  viele jüngere wollen es sogar und sind mit Feuereifer dabei, das ganze System auf den Kopf zu stellen. 

Ich freue mich, daß dabei Social Media das ganze noch unterstützt, die Barrieren zwischen den verschiedenen Ebenen verschwinden und Leute mit den gleichen Ansichten virtuell zusammenkommen.

Die Büchse ist auf, aber die früher offensichtlich schlimmen Übel können wir gemeinsam eindämmen.

 

 

Warum Pandora auf der Box?

ich fühle mich sehr oft, als ob ich meine persönliche Büchse der Pandora aufgemacht habe, als ich einfach so Kinder bekam und natürlich qualifiziert weiterarbeiten wollte. Die Übel (Schuldgefühle, Termin-Tetris und Rabenmutter-Vorurteile) sind aus der Büchse gehüpft, und nun müssen sie wieder eingefangen werden…

Eigentlich lebe ich im Paradies, meine Minis sind max 2Tage im Jahr krank, unsere Tagesmutter betreut die beiden seit dem 5./7. Lebensmonat mit ansteigenden Stunden und beide lieben sie als 3. Betreuungsperson heiß und innig. Und unser Waldkindergarten ist auch super, auch wenn die beiden Zwerge im Herst immer aussehen wie die Erdferkel. Der Landkreis unterstützt die Eltern bei den Betreuungskosten großzügig, es werden zügig die Betreuungskapazitäten erweitert und auch mein Arbeitgeber macht meine mittlerweile 5. Stundenanpassung ohne Murren mit. Ich arbeite aber auch schon 12 Jahre dort, und daher gehe ich das ganze natürlich etwas „entspannter“ und „fordernder“ an. Home Office praktiziere ich auch schon seit Jahren mit Überzeugung undbewiesener Effizienz.

Aber:

Es ist immer noch nicht normal, daß man ohne „Anspruchseinbuße“ weiterarbeitet oder sogar befördert wird. Viele der Kolleginnen verschwinden irgendwann in der Versenkung und tauchen mit un-anspruchsvollen Aufgaben wieder auf. Ideal ist was anderes, und letztendlich bedeutet Wahlfreiheit doch auch, daß ich nicht nehmen muß, was ich kriegen kann, sondern wirklich eine befriedigende Teilhabe am Arbeitsleben habe. Wenn Frau es will…..